PFAS in Wolfsburg - So schaden sie Mensch und Umwelt

12. März 2024

Quelle: "Die ZEIT"

Bisher kaum öffentlich bekannt, zieht nun langsam aber stetig auch das Wissen über eine Gruppe extrem gesundheitsschädlicher Stoffe in die Köpfe der Menschen ein. Spätestens seit der jüngsten Bekanntgabe durch Volkswagen, dass diese Stoffe über das eigene Firmengelände in die Umwelt gelangen, sind sie für den Einen oder Anderen ein Begriff: PFAS !

PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind äußerst stabile und langlebige Chemikalien. Einmal in der Umwelt angekommen, bleiben sie auch dort und werden deshalb als „Ewigkeits-Chemikalien“ (Forever Chemicals) bezeichnet.

Wusstest Du, dass PFAS z.B. in Kosmetika, teflonbeschichtetem Kochgeschirr, Outdoorkleidung und in Feuerlöschschaum steckt? Über die Nahrung nehmen wir jede Menge dieses Giftes auf. Mit erheblichen gesundheitlichen Risiken, zu denen u.a. Schilddrüsen- erkrankungen, erhöhter Cholesterinspiegel, geringes Geburtsgewicht, Nieren- und Hodenkrebs gehören.

Über die Nahrung gelangt das Gift in unseren Körper. Obst und Gemüse aus Europa waren im Jahr 2021 am häufigsten mit den landwirtschaftlichen PFAS-Pestiziden Fluopyram (Fungizid), Flonicamid (Insektizid) und Trifloxystrobin (Fungizid) belastet. [Quelle:Medienbriefing zum Report “Toxic Harvest”]
Das zeigt, dass der Einsatz von PFAS-Pestiziden in der landwirtschaftlichen Produktion zu Produkten führt, die mit Rückständen dieser Chemikalien belastet sind und einen steigenden Konsum mit PFAS-Rückständen zur Folge hat. 

Die fortlaufende Anreicherung von PFAS in Böden, Gewässern und in der Nahrungskette stellt zusammen mit anderen chemischen Stoffen oder „Chemiecocktails“ eine langfristige Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dar. Ein Verbot der Verwendung von PFAS ist dringend erforderlich, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, einschließlich der am meisten gefährdeten Gruppen wie Schwangeren, Säuglingen und Kindern.

Im Rahmen des European Green Deal verpflichtete sich die Europäische Union, PFAS-Chemikalien im Einklang mit ihrem Ziel einer schadstofffreien Umwelt schrittweise zu verbieten. Im Februar 2023 veröffentlichte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) einen Vorschlag für ein Verbot der Herstellung, Verwendung und Einfuhr von mindestens 10.000 Per- und Polyfluoralkylsubstanzen.
Nicht erfasst von diesem Vorschlag sind laut dem aktuellen Bericht allerdings jene 37 derzeit in der EU zugelassenen Pestizidwirkstoffe, die von der ECHA als PFAS eingestuft wurden. Ihre Zulassung wird zwar im Rahmen der EU-Pestizidverordnung  geregelt, umfassende Verbote blieben in dem Bereich bis heute aber aus. [Quelle: science.orf.at}

Der BUND begrüßt daher das Vorhaben der EU, weitere Stoffe aus der PFAS Gruppe zu verbieten, fordert aber ausdrücklich das Verbot auch auf die Pestizidwirkstoffe, die von der ECHA als PFAS eingestuft wurden, zu erweitern!

 

PFAS Grafik 1
PFAS Grafik 2

 

 

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