Vogelkundliche Wanderung im Grafhorster Drömling 26.05.2022

Bericht: Eike Bovensmann

Die letzte Vogelexkursion führte uns traditionell wieder in den Grafhorster Drömling. Prägende Vogelart war diesmal der Große Brachvogel! Gleich zu Beginn der Exkursion ließ er seinen wehmütig trillernden Gesang hören. Ein aufmerksamer Teilnehmer entdeckte ein Exemplar dieses hübschen Vogels in der Ferne, wie er mit seinem langen, gebogenen Schnabel auf einer Wiese nach Nahrung stocherte.

Kurz darauf mussten wir wieder stehenbleiben: Ein Konzert aus Mönchsgrasmücke, Zilpzalp und Singdrossel und ließ uns aufhorchen, und zu diesem Ensemble gesellte sich dann auch noch ein Gelbspötter hinzu, den wir an seinen typischen knätschend-quietschenden Lauten erkennen konnten, die er öfters in seinen Gesang einstreute. Zu sehen war von diesen Vögeln keiner, dafür zeigte sich in der Nähe ein Grünfink-Männchen, das durch seine gelblich-grüne Färbung auffiel.

Danach ließen sich zwar einige weitere Stimmen vernehmen, die zugehörigen Vögel blieben aber überwiegend im Verborgenen, was wohl auch durch das leicht regnerische, sehr windige Wetter bedingt war. Im Gegensatz zu den letzten Jahren waren diesmal keine Schwirle zu hören, deren Gesang sonst für dieses Gebiet so typisch ist. Immerhin konnten wir aber je einen Teich- und Sumpfrohrsänger hören.

Später zeigten sich auch die ersten Neuntöter und Schwarzkehlchen. Diese waren dann vor allem gegen Ende der Exkursion wunderschön zu sehen, jeweils sogar auch mit einem Weibchen. Bei einem schwierig zu bestimmenden Vogel in der Nähe der Schwarzkehlchen-Eltern muss es sich um einen ihrer Jungvögel gehandelt haben.

Ein besonderes Erlebnis war die Fütterung eines jungen Kolkraben. Eines der Elterntiere hatte schon zuvor die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, als es einen überfliegenden Seeadler verfolgte und auch vertrieb.

Zwischendurch erfreute uns immer wieder der trillernde Balzruf eines Brachvogels. Ob nur ein einziger Vogel immer wieder seinen Platz wechselte oder es sich schließlich sogar um drei bis vier Exemplare handelte, konnten wir nicht feststellen.

Positiv ist uns auch aufgefallen, dass diesmal wieder viele Feldlerchen zu beobachten waren. Fast die ganze Zeit über begleitete uns ihr fröhlich-melodischer Gesang, was erheblich dazu beitrug, dass wir trotz des etwas unfreundlichen Wetters immer gut gelaunt blieben. Wir freuen uns jetzt schon auf die Wiederholung dieser besonders schönen Exkursion im nächsten Jahr.

 

Artenliste (34)

Kormoran, Kranich, Weißstorch, Graugans, Brandgans, Rohrweihe, Rotmilan, Seeadler, Fasan, Großer Brachvogel, Kuckuck, Feldlerche, Rauchschwalbe, Schwarzkehlchen, Nachtigall, Amsel, Singdrossel, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Zilpzalp, Gelbspötter, Neuntöter, Kohlmeise, Pirol, Star, Rabenkrähe, Kolkrabe, Buchfink, Grünfink, Rohrammer, Goldammer