Wer im Frühjahr durch eine Heckenlandschaft geht, kann sich an einem weißen Blütenmeer erfreuen. Der Schwarzdorn ist übersät von Tausenden kleiner weißer Blüten, die vor den Laubblättern erscheinen, sodass die Büsche vollkommen weiß wirken.
Dadurch unterscheidet sich der Schwarzdorn auch vom Weißdorn, dessen weiße Blüten erst nach den Laubblättern erblühen und der deswegen in der Hecke grün-weiß erscheint.
Die Blüten des Schwarzdorns entfalten sich im März. Sie bieten den aus der Winterstarre erwachenden Insekten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Etwa 20 Wildbienenarten finden hier zuckerhaltigen Nektar und proteinreichen Pollen. Auch bei Hummeln und Schwebfliegen sind die Blüten des Schwarzdorns beliebt.
Schmetterlinge, die als Falter überwintern, wie der Zitronenfalter und der Kleine Fuchs, können sich nach dem Erwachen im Frühjahr an dem Nektar der Schlehenblüten stärken. Ebenso die Falter des Landkärtchens, die als Puppe überwintern und früh im Jahr schlüpfen.
Die Schlehe ist die Stammform der heutigen Kulturformen von Pflaumen und Zwetschgen. Sie wird auch Schwarzdorn genannt, da die Rinde dunkler (fast schwarz) ist als die des Weißdorns. Ein weißes üppiges Blütenmeer erscheint bereits im März. Unzählige Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer finden hier genügend Nektar und Pollen. Die Blätter werden gern von Schmetterlingsraupen gefressen.
Durch die vielen Dornen finden auch hier die Vögel ein sicheres Versteck für ihren Nistplatz.Die Dornen haben auch noch eine andere Funktion. Der Vogel Neuntöter nutzt sie, um erbeutete Insekten als Vorrat darauf aufzuspießen. Im Herbst zeigen sich die schwarzblauen Schlehenfrüchte, die durch die enthaltenen Gerbstoffe einen pelzigen Geschmack haben. Erst nach dem Frost schmecken die Früchte milder.
Der Mensch nutzte früher das Reisig in Gradierwerken und im Mittelalter wurde aus der Rinde Tinte gewonnen. Lassen wir einige Früchte am Strauch, dann haben die Vögel ein wenig Nahrung mehr für den Winter.